Zu einem stillen Gedenken an das Kriegsende in Weißenfels hatte die Stadtverwaltung am 12. April 2018 eingeladen. Vor 73 Jahren brachten amerikanische Soldaten den Bürgerinnen und Bürgern der Saalestadt den Frieden und 15 der US-Infanteristen ließen dabei ihr eigenes Leben.

Für Deutschland brach damit eine Zeit des Friedens an. Oberbürgermeister Robby Risch betonte in seiner Gedenkrede, wie kostbar dieses Gut ist. „Ein Krieg stellt keine Weichen für die Zukunft. Er zerstört jede Struktur, die ein Vorwärtskommen ermöglichen könnte. Ohne Frieden gedeiht nichts, gibt es keine Nahrung, keine Medizin, keine Wirtschaft, kein Leben, keine Kunst und Kultur, keine Bildung“, sagte Risch. Ähnlich mahnende Worte äußerte der US-Konsul für Wirtschaft und Politik Jon J. Magsaysay, der als Ehrengast an der Gedenkveranstaltung teilnahm und ebenfalls eine Rede an die etwa 20 Gäste richtete. Er forderte die Menschen dazu auf, wachsam gegenüber Intoleranz und Diskriminierung zu bleiben und „Brücken der Begegnung“ zu bauen.

Für ergreifende Momente sorgte der ehemalige Lehrer und Schriftsteller Günter Blechschmidt. Er trug im Rahmen der Veranstaltung sein Gedicht „Erinnerungen an das letzte Aufgebot“ vor. Darin gibt er seine Kindheitserinnerungen an die letzten Kriegstage in Weißenfels wieder und beschreibt, wie er als kleiner Junge zwei tote Soldaten im Graben gefunden hat.

An der Gedenktafel am Schloss Neu-Augustusburg legten Robby Risch, Jon J. Magsaysay und Stadtratsvorsitzender Jörg Freiwald Kränze zum Gedenken an die Verstorbenen US-Infanteristen nieder. Im Anschluss rief Risch die Anwesenden zu einer Schweigeminute auf.