Die Ausstattungen von Burgen und Schlössern waren von je her Veränderungen unterworfen. Auch im Altenburger Schloss ließen die einstigen Besitzer die Räume nach ihrem Geschmack mit Möbeln der unterschiedlichsten Art ausstatten. Textil- oder Ledertapeten sowie Wandteppiche schufen eine wohnliche Atmosphäre. Unzählige Gemälde erinnerten an die Ahnen oder legendäre Ereignisse. Eine Fülle von Accessoires diente der Repräsentation und kündete vom Stilempfinden der einstigen Bewohner. Die materielle Ausstattung des fürstlichen Wohnsitzes wurde akribisch in Inventaren verzeichnet. Nicht selten fand in den zum Fürstentum gehörenden Liegenschaften ein Austausch von Einrichtungsgegenständen statt. Nach dem Ableben einer fürstlichen Person kam es zur Neuordnung oder veränderten Aufstellung der Ausstattungen oder wechselten Erbteilungsbedingt die Besitzer. Archivalien belegen außerdem seit dem 19. Jahrhundert die Veräußerung von Einrichtungsgegenständen.

Zahlreiche Verkäufe sind für die Jahre 1919/20 belegt. Sie stehen in Folge der vom 13. November 1918 datierten Abdankung von Herzog Ernst II. Eine im Staatsarchiv Altenburg verwahrte Akte „Sachenverkäufe aus den Schlössern“ gibt interessante Einblicke über Kaufgesuche und Kaufinteressenten. Walter Kronberg, Mitarbeiter der Vermögensverwaltung innerhalb der Allgemeinen Deutschen Credit Anstalt Leipzig war der „Generalbevollmächtigte seiner Hoheit des Herzog Ernst von Sachsen-Altenburg“. Er verfügte offensichtlich über ein weitreichendes nationales und internationales Netzwerk finanzkräftiger Kunstsammler und potentieller Käufer. Zahlreiche Objekte wurden auf Aktionen veräußert, so zum Beispiel im Februar 1920 in der Leipziger Kunst- und Antiquitätenhandlung Gustav Werner.

Am 10. April 1943 übergab Herzog Ernst II. das Altenburger Schloss, inklusive diverser Einrichtungsgegenstände und Kunstwerke an die Stadt Altenburg. Nach dem Krieg gewährte man ihm Wohnrecht im Schloss Fröhliche Wiederkunft (Trockenborn-Wolfersdorf), wo er am 22. März 1955 verstarb. Nach seinem Ableben wurde eine Reihe von Objekten aus herzoglichem Besitz in Thüringer Museen verteilt. Das städtische Museum Jena, die Heidecksburg in Rudolstadt, das Lindenau-Museum Altenburg und das Schloss- und Spielkartenmuseum wurden bedacht.

Im vergangenen Jahr bestimmte die Leitung des städtischen Museums Jena, Objekte die einst in fürstlichem Eigentum waren, dem Schloss- und Spielkartenmuseum als Dauerleihgabe zu überlassen. Sie sind der Grundstock einer Kabinettausstellung, die gegenwärtig in den Herzoglichen Wohnräumen des Residenzschlosses bis zum 28. Oktober zu besichtigen ist.

Am Sonntag dem 14. 10. wird 14 Uhr eine Sonderführung stattfinden, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzt. Interessierte Gäste werden um eine Anmeldung unter der Rufnummer 03447/512712 gebeten.