Erben: Kein überstürzter Kohleausstieg In dieser Woche wurde entschieden, dass die sog. „Kohlekommission“ ihre Arbeit nicht bereits im Dezember beenden, sondern bis weit in das Jahr 2019 hinein beraten wird. Der
Weißenfelser SPD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Erben nutzte seine Rede auf der gestrigen Mitgliederversammlung der IGBCE Hohenmölsen um noch einmal grundsätzlich Position zu beziehen.

Darin warnt der SPD-Politiker vor einem schnellen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung:„Ein Strukturwandel ist notwendig. Wir müssen uns jedoch entschieden gegen alle Bestrebungen beim Ausstieg aus der Braunkohleverstromung wenden, die zu einem Strukturbruch
im Mitteldeutschen Revier führen. Ich selbst habe im Revier einen solchen Bruch vor 28 Jahren mit Massenarbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit erlebt und das ist als traumatisches Erlebnis in den Köpfen der Menschen noch immer hochpräsent. Der Zeitplan für das Auslaufen der Braunkohleverstromung ist im Mitteldeutschen Revier bereits heute vorgezeichnet,

denn sie endet mit der Auskohlung der Tagebaue Profen (in 2035) und Schleenhain (in 2040) und den entsprechenden Laufzeiten der Kraftwerke in Schkopau und Lippendorf. Weder ist der Aufschluss neuer Tagebaue noch der Bau neuer Kohlekraftwerke geplant. Deshalb soll es bei dem Zeitplan bleiben. Die verbliebenden 20 Jahre sollen für einen Strukturwandel genutzt werden, der den Namen verdient. Ein überstürzter Kohleausstieg würde eine
Deindustrialisierung der ganzen Region nach sich ziehen.“
Erben verweist darauf, dass die Anfänge der Kohleförderung im Zeitz-Weißenfelser Braunkohlerevier bis in die Mitte des 18.Jahrhunderts zurückgehen. Die Braunkohle habe die Grundlage für die noch heute bestehende Industrieregion im Süden des heutigen SachsenAnhalts dargestellt. Die Arbeit in der Industrie und das Leben in deren Nachbarschaft sei im Erbgut der Region fest verankert.

Erben fordert deshalb, dass das Revier im Ergebnis des Strukturwandels und eines Ausstiegs aus der Braunkohle Industrieregion bleiben müsse. „Weder wissenschaftliche Institute für künstliche Intelligenz noch die Pommes-Bude am Tagebausee können Industriearbeitsplätze ersetzen. Was wir brauchen, ist eine gezielte Ansiedlungspolitik für Industriebetriebe und die Schaffung der notwendigen Infrastruktur“, so Erben.