Aktuelles aus dem Burgenlandkreis

Weißenfelser Arbeitsagentur mit hohem Qualifizierungsbudget – auch für Unternehmen

Jährlich gibt das Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft das Unwort des Jahres bekannt – ob da wohl Fachkräftemangel als Vorschlag eingereicht wird? Dennoch, dieses Wort ist in den Medien präsent wie kaum ein anderes und zugleich das bedeutsamste Thema der aktuellen Arbeitswelt in Deutschland – nicht zuletzt auch in unserer Region, dem Burgenlandkreis.

Qualifizierungschancengesetz schafft neue Möglichkeiten
Mit der eigenen Qualifikation entscheiden sich Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Wer über ausreichend aktuelle Kenntnisse verfügt wird nicht arbeitslos oder bleibt es nicht lange. „Mit dem »Gesetz zur Stärkung der Chancen für Qualifizierung und für mehr Schutz in der Arbeitslosenversicherung«, kurz Qualifizierungschancengesetz, hat die Bundesregierung flexiblere und vor allem intensivere Möglichkeiten der Qualifizierung von Menschen ohne oder während einer Beschäftigung geschaffen“, so Stefan Scholz, Geschäftsführer der Weißenfelser Arbeitsagentur.

Wesentliche Änderungen und Budget 2019
Die neuen gesetzlichen Regelungen seit 01.01.2019 helfen dabei besonders Beschäftigten, deren berufliche Tätigkeiten durch Technologien ersetzt werden können oder in sonstiger Weise vom Strukturwandel bedroht werden oder die eine Weiterbildung in einem Engpassberuf anstreben. Auch ein umfangreicherer Zugang zur Weiterbildungsförderung unabhängig von Ausbildung, Lebensalter und Betriebsgröße ist möglich. Die Agentur für Arbeit Weißenfels hat für diese Möglichkeiten 2,7 Millionen Euro zur Verfügung. Allein für die Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen (WeGebAU) sind 280.000 Euro geplant.

Für Unternehmen gibt es attraktive Möglichkeiten. In Abhängigkeit von der Betriebsgröße können, neben den Weiterbildungskosten für alle förderfähigen Qualifikationen, auch Zuschüsse zum fortgezahlten Arbeitsentgelt gezahlt werden. Unternehmen stellen sich dadurch langfristig mit ihrer Belegschaft krisenfest und zukunftssicher auf.

Was bedeutet das im Detail?
Weiterbildungskosten für Beschäftigte sollen künftig, gestaffelt nach der Betriebsgröße, unter der Voraussetzung übernommen werden können, dass die Teilnahme an einer zertifizierten Maßnahme erfolgt. Dabei muss sichergestellt sein, dass die Qualifizierung auf die Anpassung und Fortentwicklung von beruflichen Kompetenzen für berufliche Tätigkeiten ausgerichtet ist, die durch Technologien ersetzt werden können oder in sonstiger Weise vom Strukturwandel betroffen sind oder dass die Förderung in einem Engpassberuf erfolgt.
Bei älteren Beschäftigten (ab vollendetem 45. Lebensjahr) oder Arbeitnehmern mit einer Schwerbehinderung kann in kleinen und mittleren Unternehmen von diesem Grundsatz abgesehen werden.

Entsprechend der Unternehmensgröße können künftig für alle Qualifizierungen, die länger als 4 Wochen bzw. 160 Stunden dauern und nicht ausschließlich arbeitsplatzbezogen sind, Arbeitsentgeltzuschüsse geleistet werden.

Bei der Teilnahme von geringqualifizierten Beschäftigten an Maßnahmen, die zu einem anerkannten Berufsabschluss mit einer mindestens 2-jährige Ausbildungsdauer führen, verbleibt es sowohl bei den Weiterbildungskosten als auch beim Arbeitsentgeltzuschuss bei einer Zuschussoption von bis zu 100 Prozent.

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