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Stadtbibliothek Weißenfels im Heinrich-Schütz-Haus

Lästereien, Zank und Streit – wenn Stars aneinandergeraten, schauen Millionen Menschen neugierig zu. Dass ein öffentlich ausgetragener Promi-Zoff auch schon im 17. Jahrhundert für jede Menge Aufsehen sorgte, zeigen die Stadtbibliothek Weißenfels und das Heinrich-Schütz-Haus in ihrer Veranstaltung „Die musikalische Fuchsjagd des Herrn Beer“ am 27. Februar 2019, um 19 Uhr im Schütz-Haus in der Nikolaistraße 13. Tickets für zehn Euro sind ab sofort im Heinrich-Schütz-Haus erhältlich (ermäßigt 7 Euro, Schüler 5 Euro).

„Die musikalische Fuchsjagd des Herrn Beer“ ist eine musikalisch-szenische Lesung. Grundlage des Stücks sind musiksatirische Schriften und die Autobiographie des Weißenfelser Konzertmeisters und Hofbibliothekars Johann Beer. Dieser befand sich 1697 in einem erbitterten Streit mit dem Rektor des Gothaer Gymnasiums Gottfried Vockerodt. Thema der Auseinandersetzung war die Bedeutung des Musikunterrichts in der Schule. Die Fehde entzündete Gottfried Vockerodt mit seinem öffentlichen Brief „Mißbrauch der freien Künste“, in dem er Johann Beers bisherige Publikationen als „Schmähschriften“ und diesen selbst als „Musikant“ bezeichnete. Der in seiner Ehre verletzte Weißenfelser Konzertmeister reagierte mit einem Antwortschreiben an den Rotfuchs (Vockerodt). Dieses veröffentlichte er unter dem Titel „ Musikalische Fuchsjagd – Ursus vulpinatur / List wieder List“

Passend zum namentlichen Wortspiel schlüpft Johann Beer in die Rolle des starken Bären, der sich auf die Jagd nach dem Rotfuchs macht. Mit seinem Brief stößt der Weißenfelser eine mit glühendem Eifer von beiden Seiten ausgetragene Diskussion über Musik im Schulunterricht an. Der Streit, der in der Saalestadt entbrannte, zog weite Kreise und erhitzte die Gemüter der musikalischen und literarischen Welt um 1700. Im Ergebnis wurde in den Herzogtümern Sachsen-Weimar, Sachsen-Gotha-Altenburg und Sachsen-Weißenfels auch weiterhin kräftig in den Schulen musiziert und die örtliche Musikkultur stand in voller Blüte.

Besucherinnen und Besucher der szenischen Lesung im Heinrich-Schütz-Haus können 322 Jahre später noch einmal nachempfinden, was sich damals zugetragen hat. Für dieses besondere Erlebnis werden Doreen Busch, Andreas Morys, Carmen Sengewald und Martin Wimmer in der Musikergedenkstätte das Unerhörte hörbar machen.

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