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Schwedenkönig kehrt zurück

Wiedereröffnung des Weißenfelser Gustav-Adolf-Museums mit restauriertem Obduktionsgemälde

Das große Gemälde von der Obduktion Gustav Adolfs ist zurück in der Dauerausstellung im Weißenfelser Geleitshaus. Seit August vergangenen Jahres wurde das Bild von Restaurator Mirko Negwer in dessen Zeitzer Werkstatt ausgebessert und gesäubert. Der Fachmann überreichte das Gemälde am 25. Februar 2019 an das Weißenfelser Museumsteam.

Das Gemälde von der Obduktion Gustav Adolfs wurde im Jahr 1932 anlässlich des 300. Todestages des Schwedenkönigs von dem Weißenfelser Maler Prof. Erich Haase eigens für das Obduktionszimmer im Geleitshaus gefertigt. Er verwendete Temperafarben auf ungrundierter Leinwand. Auf dem Bild sind General Dodo von Knyphausen, der finnische Reiteroberst Torsten Stalhandske, der schwedische Reichskanzler Axel Oxenstierna, General Bernhard von Weimar, der schwedische Mediziner Caspar Kennig und als Arztgehilfe der Weißenfelser Apotheker Kasparus zu sehen.

Restaurator Mirko Negwer musste die 2 x 2,50 Meter große Leinwand neu spannen. Durch ihr Eigengewicht hatte sich diese nämlich gesetzt und im unteren Abschnitt des Bildes Falten geworfen. Dadurch war bereits an einigen Stellen die Farbe brüchig und das Bild drohte zu reißen. Die gelockerten Farbteilchen festigte Mirko Negwer mit einem speziellen Kleber. Einige kleine Stellen retuschierte er mit Farbe. Das Bild erhielt zudem einen neuen Keilrahmen, da der alte nicht mehr stabil war. Abschließend wurde das gesamte Gemälde gereinigt, was aufgrund der wasserlöslichen Temperafarben schwierig war. Mit trockenen Spezial-Schwämmen bearbeitete Mirko Negwer das Bild vorsichtig. Wie bei einem Radiergummi nahmen die Poren des Schwamms den oberflächlichen Schmutz auf. Nun leuchten die Farben wieder. Auch den Bilderrahmen hat der Restaurator gesäubert, ausgebessert und mit Metallblechen stabilisiert. Diese Arbeiten fanden jedoch nicht in der Zeitzer Werkstatt, sondern vor Ort im Geleitshaus statt, weil der große Rahmen nicht durch die Tür passte.

Die Zeit der Restaurierung hat die Stadt Weißenfels für eine Überarbeitung der Dauerausstellung im Gustav-Adolf-Museum genutzt. Zur Wiedereröffnung am 1. März 2019, um 17 Uhr sind Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen. Unter anderem wurde die Beleuchtungsanlage modernisiert, der Lichtschutz verbessert und die Vitrinen überarbeitet. Die Ausstellung wurde inhaltlich erweitert durch einen neuen Raum zum Gräberfeld in Lützen und zum Leichenzug des Königs über Weißenfels nach Stockholm. Im Obduktionszimmer wird nicht nur das restaurierte Gemälde erstmals wieder der Öffentlichkeit präsentiert, vor Ort wurden auch Teile der historischen Bohlenwand freigelegt. Der Besucher erhält dadurch einen Eindruck von der ursprünglichen Raumgestaltung der Bohlenstube mit ihren weißen, rankenverzierten Holzplanken.

Die Kosten für die Restaurierung liegen im niedrigen fünfstelligen Bereich. Die Restaurierung ist ein Teil der Überarbeitung der Dauerausstellung im Gustav-Adolf-Museum. Anlass war das Gedenkjahr des Dreißigjährigen Krieges, dessen Ausbruch sich 2018 zum 400. Mal jährte. Aktivitäten innerhalb des Gedenkjahres waren dank vieler Förderer möglich. So stellte das Land Sachsen-Anhalt Fördermittel zur Verfügung. Zusätzliche finanzielle Mittel wurden zudem unter anderem von Lotto Toto, von der WVW Wohnungsbau Wohnungsverwaltung Weißenfels und von der Stadt Weißenfels investiert.

Foto: Restaurator Mirko Negwer (l.) und der Museumsmitarbeiter Mike Sachse haben das restaurierte Gemälde von der Obduktion Gustav Adolfs wieder in den Bilderrahmen eingesetzt.
Fotografin: Katharina Vokoun

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